Prof. Dr. Christian Drosten: „Keine wissenschaftlichen Belege“ für die Wirksamkeit von Alltagsmasken

Von „Unheil“ spricht die Kanzlerin. Damit meint sie die steigenden Infektionszahlen und die damit verbundenen möglichen Folgen. Jetzt kommt es auf unser aller Disziplin an.

Und trotzdem sehe ich sie jeden Tag: Die Maskenverweigerer. Gelegentlich habe ich sie angesprochen und versucht ihnen den Ernst der Lage vor Augen zu halten. Viele blaffen nur zurück und ich frage mich: Was ist denn, wenn jemand aus deiner Familie erkrankt oder stirbt?

Doch es gibt auch solche die besonnen antworten, eingelesen zu sein scheinen und meinen, sie hätten die Pandemie besser verstanden als Wissenschaftler wie Prof. Dr. Christian Drosten. Und genau von diesen kamen in letzter Zeit Antworten wie „Der ‚Virolüge‘ Christian Drosten sagt doch selbst, die Maske bringt nichts“.

Den Videobeitrag vom 09. September in dem Prof. Drosten sagt es gebe „keine wissenschaftlichen Belege“ und die Wirkung von Masken sei „reine Spekulation“ finden Sie in diesem Beitrag. Auch andere „Beweise“ für die „Sinnlosigkeit“ von Alltagsmasken haben wir uns genauer angeguckt.

Prof. Drosten: „Damit hält man das nicht auf“

Tatsache ist, dass Christian Drosten im Frühjahr dieses Jahres in einem Interview auf die Frage, ob eine Maske etwas nütze antwortete: „Damit hält man das nicht auf. Können wir separat nochmal drüber reden, aber die technischen Daten dazu sind nicht gut, für das Aufhalten mit der Maske“. Tatsache ist aber auch, dass in der Zwischenzeit neue Daten vorliegen.

„Potenziell erhöhtes Risiko der Selbstkontamination“ durch Masken

 

Diese neu vorliegenden Daten wurden in einer in der Fachzeitschrift für Krankenhaushygiene veröffentlichten Studie untersucht. Die Studie wurde von der Mikrobiologin, Virologin und Infektionsepidemiologin Prof. Dr. Kappstein durchgeführt, welche in der Vergangenheit als Chefärztin und aktuell in selbstständiger Tätigkeit die Abteilung Krankenhaushygiene mehrere Kliniken betreut.

Verblüffend sind die in der Studie aufgeführten Vor- und Nachteile betreffend der Masken, welche von WHO und ECDC herausgegeben wurden. Diese möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

„Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit: Keine Hinweise für eine Wirksamkeit“

Potenzielle Nachteile, wie ein „unangenehmes Gefühl“ oder „Schwierigkeiten mit einer klaren Aussprache“ sind nicht schön, schon klar, aber damit können wir leben, wenn dafür Menschenleben gerettet werden. Nun steht dort, aber auch es gäbe nur „begrenzte indirekte wissenschaftliche Evidenz“ für die Wirksamkeit von Masken.

Zu demselben Fazit kommt auch Prof. Kappstein. Sie schlussfolgert, dass es für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit keine wissenschaftliche Grundlage gibt und dieser sogar potenziell das Infektionsrisiko erhöht. So auch der Titel ihrer Arbeit: „Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit: Keine Hinweise für eine Wirksamkeit“.

Alltagsmasken schützen nicht? Diese Vorstellung ist für Risikopatienten erschütternd. Stelle ich mir einmal vor, niemand hätte in der dichtgedrängten U-Bahn zur Feierabendzeit eine Maske auf, läuft es mir ehrlich gesagt kalt der Rücken runter. 

Wie kommt also Prof. Kappstein zu ihrer Schlussfolgerung? Und wieso sagt gerade Prof. Christian Drosten etwas ganz Ähnliches?

Christian Drosten über die Wirksamkeit von Masken: „Reine Spekulation“

„Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Und es gibt umgekehrt eben Länder, in denen man sagen kann, es wurde von Anfang an durchgängig Maske getragen, dazu gehören sehr viele asiatische Länder und trotzdem ist es zu großen Ausbrüchen gekommen.“ Diese Aussage traf der Virologe am 09. September in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses.

Es ist offensichtlich: Das Urteil „Die Masken bringen doch nichts“ ist sehr schnell gefällt, wenn obige Aussagen gelesen oder gehört werden. Genauso schnell werden sie verbreitet. Denn die Recherche wird gerne dann beendet, wenn das eigene Weltbild bestätigt ist.

Wir haben weiter recherchiert und das österreichische Pendant zu Christian Drosten gefunden. Prof. Franz Allerberger, Mitglied der Corona-Virus-Taskforce und Leiter der AGES, welche unter anderem für die Überwachung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten zuständig ist. Auch dieser Mediziner hat eine klare Meinung zu der Wirksamkeit von Alltagsmasken:

Viele Fragen bleiben: Masken sollen nichts bringen? Es gibt keine wissenschaftlichen Belege? Wie soll die Bevölkerung die Maßnahmen nachvollziehen, wenn solche Aussagen im Internet kursieren? Fühlen sich „Querdenker“ in ihren Ansichten nicht noch bestärkt?

In einem zweiten Artikel besprechen wir alle weiteren Studien zu diesem Thema, warum Prof. Kappstein von diesen nichts hält und wie Prof. Drosten zu seiner Aussage kommt.

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